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DIE HOCHMÜTIGE DOHLE UND DER PFAU

Einst lebte eine Dohle, voll von eitlem Stolz, die stahl sich Federn, die dem Pfau entfallen warn und putzte sich damit. Das eigne Dohlenvolk ver- achtend trat sie in der schönen Pfauen Reihn. Der Unver- schämten reißt man hier die Federn aus, jagt sie mit Schnäbeln. Und die Dohle, bös verbleit will wieder nun betrübt zu ihrem Volk zurück. Die aber stoßen sie von sich, mit herbem Schimpf. Und eine derer, die zuvor verachtet, sprach zu ihr “Hätt’ unsre Lebensart dir vormals conveniert, hätt’st du, was die Natur dir schenkte, akzeptiert, dann wär dir weder jene Schande widerfahrn noch müsstest du zum Unglück jetzt verstoßen sein.”

Diese Version von Aesops Fabel ist aus Wilfried Strohs Sammlung von Übersetzungen von Jan Novák: “Aesopia”, die auf Geschichten von Phaedrus basieren.

FAQ – Definition von Plagiat

Definitionen

1. Angenommen, auf einer ganzen Seite werden Textstellen einer Quelle paraphrasiert, mit Einstreuung anderer Quellen oder eigener Gedanken. Wann und wie oft muss eine Referenz für die Hauptquelle gesetzt werden? Reicht es einmal am Ende des paraphrasierten Textes, oder nach jedem (Halb-)Satz oder jeweils bevor zwischendrin ein Nebensatz nicht aus dieser einen Quelle stammt? Ohne Anführungszeichen, da keine wörtliche Übernahme, erkennt man ja nicht, wo die Übernahme aus der Quelle beginnt. Andererseits habe ich es noch nie gesehen, dass auf einer Passage nach jedem Satz wieder die gleiche Quelle angegeben wurde. Was ist richtig?

2. Ich bin des Plagiatsversuchs verdächtigt worden! Ich habe meine Arbeit jedoch nach bestem Gewissen abgegeben! Die Frage nach dem Strukturplagiat interessiert mich aber dennoch. Man liest ja viele verschiedene Literaturstücke. Es ist doch logisch, dass man sich an gegebenen Strukturen orientiert und das deswegen auch die Struktur der neuen Arbeit den gelesenen ähnelt. Kann ich einer Plagiats(Verurteilung) so umgehen? Und welche Maßnahmen meinerseits (sollte es dazu kommen) empfehlen sie bei einem Strukturplagiat?

3. Ich schreibe gerade an einer Hausarbeit zu einem Thema, zu der ein Kommilitone bereits eine Arbeit verfasst hat. Ist es ein Plagiat, wenn ich seine Quellen ebenfalls verwende in dem Zusammenhang, wie er sie in seine Arbeit eingebaut hat? Denn ich übernehme ja nichts direkt von ihm, sondern nur aus anderen Quellen, die er auch verwendet hat.

4. Wenn ich ein deutsches Buch habe und ich in meiner Bachelor-Thesis eine sinngemäße Übersetzung ins Englische mache und dabei in der Fußnote die Quelle angebe, ist das Plagiat?

5. Warum machen Sie bei Frage 1. nicht deutlich, dass das Falakros-Paradoxon nicht von Ihnen ist, sondern aus der griechischen Philosophie platonischer Zeit stammt? Sie verkaufen eine fremde Idee als eigene und machen es dem, der den gedanken gut findet, unmöglich, die korrekte Quelle anzugeben.

6. Im mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich kommt es oft vor, dass Doktoranden das Thema in mehreren Schritten bearbeiten und sofort nach Abschluss jedes Schritts die Ergebnisse schon als Paper veröffentlichen. Für die Dissertation werden dann die Ideen (ggfs. auch viele Passagen wortwörtlich) übernommen. Dazu wird das ganze nochmal um den Gesamtkontext (Grundlagen usw.) ergänzt, alles zu einer einheitlichen Story verwoben, was ja in den Papers ggfs. fehlt, aber dort auch relativ nebensächlich ist. Natürlich weist man auf die Paper hin, aber das macht es ja nicht weniger zu einer Neuverwertung der gleichen Ideen/Textpassagen. Diese Ideen macht sich die Arbeit ja zu eigen, als eigentliche Kernleistung und -Aussage der Arbeit. Trotz Quellennennung ist das wohl klar kein Zitat. Aber klare Aussagen dazu, ob das jetzt ein Selbstplagiat ist, finden sich nirgends. Nach dem Wortlaut der Definitionen lässt sich jedenfalls nicht klar sagen, dass es zulässig ist. Andererseits erwähnen einige Promotionsordnungen die noch deutlich weitergehende kumulative Dissertation als legitime Möglichkeit. Ist so etwas zulässig oder ist es ein Selbstplagiat? Muss man auf eine Publikation in Form von Papers verzichten, um dem Vorwurf des Selbstplagiats wasserdicht zu entgehen?

7. Mein Arbeitskollege und ich sind an verschiedenen Fachhochschulen und wir möchten nun bald unsere Hausarbeit schreiben. Da wird uns sehr gut ergänzen,uns für das gleiche Thema interessieren und zusammen diesbezüglich auch recherchiert haben, möchte wir nun Fragen, ob wir auch das gleiche Thema so nutzen können? Jeder von uns verfasst seine Arbeit selbst, nur wissen wir nicht, ob disee Bearbeitung auch unter Plagiat fällt.

8. Ich habe in einer Arbeit nach einer Seite Text die Quelle angegeben. Darin enthalten sind 6 Aufzählungspunkte, die ich eins-zu-eins übernommen habe, aber nicht als Zitat angegeben habe. Aber sie sind von der gleichen Quelle wie der ganze Text. Ist dies nun als Plagiat einzustufen?

9. Ist eine technische Idee auch ohne Gebrauchsmarke oder Patent geschützt. Kann man es als Plagiat bezeichnen, wenn ein Unternehmen ohne Erlaubnis des Erfinders seine Idee vermarktet?

10. Ich habe ein Problem, bei dem ich mir nicht sicher bzgl. der korrekten Vorgehensweise bin. Wenn ich meine Bachelor Thesis zum Thema X geschrieben und in der Grundbetrachtung die Thematik „Y“ sehr ausführlich mit vielen Quellen abgehandelt habe. Nun ist das Problem, dass ich in der Master Thesis auch eine einführende Grundbetrachtung zum Thema „Y“ (wenn auch weniger im Umfang und Tiefe) habe und zum Teil auf gleiche Quellen und/ oder ähnliche Definitionen bzw. Aspekte zugreifen muss und würde, da mir darüber hinaus nicht sehr viele andere/ neue Quellen zur gen. Thematik zugängig sind. Ist es generell (oder bei allgemeinen grundtheoretischen Abhandlungen)legitim gleiche Quellen und/ oder ähnliche Inhalte zu verwenden, ohne sich des Selbstplagiates schuldig zu machen, wenn alle benutzten/ wieder benutzten Quellen mir real vorliegen ?

11. Folgende Frage: ich schreibe gerade eine Seminararbeit. Beim recherchieren bin ich auf die Arbeit eines Studenten gestoßen, die sich mit einem ähnlichen Thema auseinandersetzt. Meine Arbeit habe ich selbst verfasst, jedoch frage ich mich, ob die Bearbeitung eines ähnlichen Themas auch bereits unter Plagiat fällt.

12. Vielen Zeitschriften geben an, dass ein Originalartikel sich vom selben Autor dadurch zu unterscheiden hat, dass er maßgeblich oder erhebliche Unterschiede aufweisst. Gibt es hierzu genauere Quellen, was das konkret heißt?

13. Woher stammt die Regelung zu den Autoplagiaten, dass man jeden Satz bzw. gelungene Formulierierung oder eigene entwickelte Defintionen oder gar Theorien/Hypothesen, die man in früheren Aufsätzen erarbeitet hat exakt so behandeln muss wie ein fremdes Zitat? Worauf beruht diese in mehreren Formen kursierende Regel? (wen zitieren Sie da eigentlich?) Das man auf frühere eigene Arbeiten verweist macht selbst verständlich Sinn, aber dass man z.B. ähnliche Formulierungen jedesmal direkt mit Anführungszitaten ausweist, ist doch lange in den geistes- und sozialwissenschaften unüblich gewesen, da man davon ausgeht, dass ein Werk jeweils work in progress ist (siehe z .B. die Ausführungen von A. Gamper 2009, Zeitschrift für Hochschulrecht, 8, 2-10).

14. Ich habe in meinem Songtext Auszüge von einem Werk von Friedrich Nietzsche verwendet. Jetzt will ich wissen in wie weit ich das darf und wie ich das angeben muss, wenn der Song veröffentlicht wird?

15. Eine Dozentin hat zum Erreichen eines Teilnahmenachweises in jeder ihrer Vorlesungsfolien eine Frage gestellt, die mit ein- bis zwei Sätzen, selten auch dreien zu beantworten waren. Wörtlich sagte sie "Für den Schein beantworten Sie bitte die 10 Fragen in gedruckter Form." Als nächstes machte sie Furore, weil sie entrüstet war, dass wir keine eidesstattlichen Versicherungen eingereicht hatten, darüber dass die Fragen allein zu beantworten seien. In der nächsten E-Mail gab sie plötzlich jedem die Möglichkeit, seine Arbeit zurückzuziehen, da sie jeden Fall von nicht kenntlich gemachten Zitaten aus der Vorlesungsfolie oder anderswo "zur Anzeige bringen" werde. In der Germanistik habe ich gelernt, dass Vorlesungsfolien, Internetlexika und ähnliches gar nicht zitierfähig sind. Da ich nur noch die Möglichkeit habe, den >Fragebogen< ganz zurückzuziehen oder es darauf ankommen zu lassen, aber nunmal den Schein brauche, möchte ich fragen, ob das Vorgehen dieser Dozentin in diesem Fall korrekt ist und ob ich mich wirklich eines Plagiats schuldig mache, wenn ich mündlich Vorgetragenes, das zum Teil sogar aus anderen Vorlesungen stammt als Antwort auf Fragen gebe, die meiner Wissensüberprüfung dienen sollen. Falls ja, wüsste ich gerne, wie ich denn solche Fragen richtig in maximal 2 Sätzen beantworten soll, ohne etwas zu verwenden, das ich vorher irgendwo gelernt habe? Bin etwas ratlos, denn wenn ich einfach alles zitiere (auch Paraphrase ist ja Zitat), dann ist es ja auch abgeschrieben und nicht gewusst ?

16. Ich bin eine Kunstschaffende, Glaskunst. Eine ehemalige Teilzeitmitarbeiterin kopiert eins zu eins diverse Glasskulpturen, Vasen, Schalen etc. Durch ihr Beziehungsnetz wurde eine Skulptur, obwohl von mir erschaffen, unter ihrem Namen plazieren. Was kann, was soll ich dagegen tun? Im Voraus vielen Dank für ihren Tipp.

17. Darf man für einen Text, der teilweise ein Plagiat enthält, rechtlich belangt werden, wenn dieser ohne Erlaubnis des Verfassers veröffentlich wird?

18. Ist jedes Plagiat, zum Beispiel ein Kartenplagiat, auch eine Verletzung der Rechte des Urhebers?

19. Wo ist die Grenze zwischen Langzitat und Plagiat?

20. Copy-and-Paste-Plagiate sind das eine. Wie sollte man damit umgehen, wenn ein Text zwar inhaltlich 1:1 Übernommen wurde, aber umformuliert wurde?

21. Gilt es auch als Plagiat, wenn Lehrkräfte fremde Inhalte in ihren Präsentationen verwenden - ohne die Quellen anzugeben?

22. Was ist genau ein Selbstplagiat? Inwieweit darf ich in meiner Dissertation meine Masterarbeit (die nicht publiziert ist) einbauen?

23. Was genau ist ein Plagiat? Ist es ein kopierter Absatz oder ein ganzes Dokument?

Andere häufig gestellte Fragen

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