1. Eine Hausarbeit im Internet veröffentlichen - wenn alle Zitate mit Quellenangaben gekennzeichnet sind, kann man sich dann trotzdem der Urherberrehtsverletzung schuldig machen?
" Evtl. ja - nur "Kleinzitate" sind erlaubt. Aber ich kann keine Rechtsberatung machen. "
2. Ich bin momentan dabei meine Abschlussarbeit für den Masterstudiengang zu verfassen. Mein Interessengebiet hat sich seit dem Bachelor nicht geändert. Ist es ein Plagiat, wenn ich Teile aus der Bachelorarbeit in die Masterarbeit integriere? Schließlich ist es ja mein Text und alle Quellen wurden von mir angegeben oder ist es doch unzulänglich und ich muss es nochmal schreiben?
" Klar ist das ein Plagiat! Es geht nicht darum, ob dieser Text von Ihnen stammt. Wenn sie woanders verwendet wurde, muss dieser Quelle angegeben werden. Man kann eine Arbeit nicht für zwei Prüfungsleistungen einsetzen. Immer ehrlich bleiben und angeben, wo der Text herstammt, wenn sie nicht für diesen Werk entstanden ist. "
3. Wo ist die Grenze zwischen allgemein bekanntem Wissen und notwendigen Zitaten/Paraphrasen zu ziehen? Bei sehr trivialen Tatsachen wie \"Die Welt ist rund\", ist wohl keine Quelle anzugeben. Aber wie sieht es z.B. bei Grundlagen aus spezifischen Fachbereichen aus, dessen Wissen man bei Personen, die zwar nicht direkt mit dem Thema vertraut sind, aber in dem Umfeld tätig sind, nicht unbedingt vorraussetzen kann?
" Das ist eine fachspezifischer Frage, die man unbedingt mit dem Betreuuer oder der Betreuuerin erörtern sollte! Dazu sind sie ja da! "
4. Wieviel Prozent meiner eigenen Modularbeit (eigenes Gedankengut) darf ich in meine Masterarbeit mit übernehmen?
" Es ist egal, ob eigenes Gedankengut ist oder nicht - wenn man es bereits verwendet hat (z. B. für eine andere Note oder als Bachelorarbeit) dann muss man kennzeichnen, wieviel man woher hat. Darum geht es, nicht ob es "eigenes" ist. "
5. Ich habe vor einem Jahr im Bereich Biologie (somit Laborarbeit) eine Bachelorarbeit geschrieben. Meine Arbeit drehte sich um einen Teilaspekt einer Doktorthesis. Ich erarbeitete die von mir veröffentlichten Ergebnisse selbstständig. Nun wurde die Doktorarbeit des damaligen Doktoranden veröffentlicht, in welchem Diagramme veröffentlicht wurden, die exakt wie meine aussehen. Meine Name wurde in seiner Arbeit nicht mit den Bildern in Zusammenhang gebracht. Hätte er dies tun müssen? Dies erbost mich, jedoch frage ich mich inwieweit es überhaupt für mich nachweisbar ist, dass es nicht durch Zufälle die exakt gleichen Werteverteilungen gab, aus denen sich die Diagramme zusammensetzen. Vom Doktoranden wäre es ja sinnvoll dies bei einer Konfrontation zu behaupten.
" Auf jeden Fall muss Ihre Arbeit und Ihr Name mit den von Ihnen erstellten Diagrammen in Verbindung gebracht werden. Das ist Ihre Arbeit, die Sie ja auch mit der Bachelorarbeit belegen können. Der Doktorand gibt damit vor, es handle sich um seine eigene Leistung. Sicherlich kann er behaupten es handle sich um Zufall, aber ob ihm da geglaubt wird ist eine ganz andere Frage. Da es ja nach Ihren Angaben um mehrere Diagramme geht, muss da schon sehr viel Zufall im Spiel sein. In jedem Fall sollten Sie sich wehren! "
6. Ich habe meine Diplomabeit kürzlich abgegeben und sie ist noch nicht bewertet worden. Jetzt ist mir aufgefallen, dass ich an einer Stelle eine Quelle nicht korrekt angegeben habe. Was kann ich nun tun wenn ich nicht als Plagiator enden will? Also, an wen sollte ich mich wenden? Oder ist alles zu spät?
" Sie sollten sich in jedem Fall sofort an die Betreuer wenden und die nicht korrekte Quellenangabe melden. Jedem unterlaufen Fehler und dazu zu stehen ist das Wiichtige! Zu spät ist es sicherlich nicht und die Betreuer können den Fehler in ihrem Bewertungsprotokoll schriftlich festhalten. "
7. Wie sieht es mit der Zitation von Diplomarbeiten aus, die im Rahmen einer Dissertation vergeben wurden. Bsp: ich schreibe meine Dissertation zu einem Thema und vergebe einen Teilaspekt als Diplomarbeit. Weil von vorneherein feststeht, dass ich die Inhalte der Diplomarbeit in meiner Dissertation verwenden werde wird die Diplomarbeit nicht veröffentlicht und nur zu Prüfungsleistungen Einsicht gewährt. Wie bringe ich dann die Inhalte in meiner Dissertation korrekt zum Einsatz?
" Gar nicht so! Sie können nicht Teile der Arbeit "auslagern" und es nutzen, nur weil es nicht veröffentlicht wird. Sie müssen die Ergebnisse korrekt zitieren, das ist nicht Ihre eigene Arbeit. Dieser Unsitte muss aufhören, meiner Meinung nach. "
8. In unserem Departmentseminar tauchte folgende Frage auf: Wie ist es zu bewerten, wenn im Material & Methodenteil einer Publikation für die Beschreibung einer Methode, die immer wieder identisch verwendet wird, auf den fertig formulierten Text einer eigenen, vorherigen Publikation zurückgegriffen wird? Sollte man das und wenn dann wie, als Auto-Zitat kennzeichnen?
" Ja, auf jeden Fall kennzeichnen, nicht einfach so übernehmen, weil es von einem selber ist! Die DFG ist da ganz klar in ihre Richtlinien. Es muss auch klar sein, wieviel vom aktuellen Arbeit neu ist, und wieviel aus vorangegangene Arbeiten stammt. "
9. Sind bei einem ungekennzeichneten Selbstzitat (sprich einem Selbstplagiat) dieselben Konsequenzen wie bei einem richtigen Plagiat zu ziehen? D.h. Wiederholung des Kurses, Neuverfassung der Arbeit oder sogar Exmatrikulation und Staatsexamensausschluss? Oder kann es dabei überhaupt Konsequenzen geben, wenn sich beispielsweise ein Student aus einer unveröffentlichten Seminararbeit selbst zitiert, ohne dies kenntlich zu machen? Schließlich ist er ja eigentlich der geistige Urheber, weshalb ja auf jeden Fall keine rechtlichen Konsequenzen folgen, da sich der Urheber ja nicht selbst Anzeigen wird.
" Die Hochschule muss selber entscheiden, welche Konsequenzen es gibt. Aber es ist nicht einzusehen, dass man zweimal Credits für einmal Leistung bekommt, in so fern ist eine 5,0 durchaus möglich. Am besten sprechen Sie mit Ihren Dozenten darüber! "
10. Kann ein Antrag auf Drittmittel (DFG, BMBF, o.ä.) Formulierungen aus eigenen (!) früher publizierten Arbeiten, bzw. anderen eigenen (nicht-publizierten) Forschungsanträgen enthalten, oder liegt dann bereits eine "Autoplagiat" vor?
" Ich würde sagen - ja, das wäre ein Autoplagiat. Ich würde immer angeben, wo das herkommt. Habe ich neulichst auch getan, als ich beim BMBF meinen Antrag auf Einrichtung einer Beratungsstelle für Plagiat eingereicht habe. Das habe ich ja bereits 2003 beantragt, wurde damals abgelehnt. Einfach immer die Quellen nennen! "
11. Darf eine Hausarbeit mit mangelhaft wegen nicht ausreichend kenntlich gemachter Zitate bewertet werden obwohl keine schriftl.Erklärung( eidesstattliche Versicherung) hierzu verlangt wurd oder wird dann einfach nicht gewertet?
" Selbstverständlich! Wenn Sie täschen - Zitate nicht kenntlich machen - dann kann eine Note mangelhaft fällig sein. "
12. Ich habe auch eine Frage. Beim Anfertigen meiner Diplomarbeit, habe ich eine Dissertation gefunden, die besonders hilfreich war. Ich habe beim Durchlesen der Dissertation wichtige Primärquellen rausgeschrieben und anschließend selber gelesen. Nun habe ich festgestellt, dass ich bei einigen Abschnitten dieselben Primärquellen benutzt habe, wie in der von mir zuvor gelesenen Dissertation. Natürlich habe ich die Abschnitte mit den entsprechenden Fußnoten (Primärquellen) belegt. Meine Frage ist nun, zählt es als Plagiat, wenn ich Zitate (für bestimmte Abschnitte) in ähnlicher Weise/Reihenfolge genutzt habe, wie in der von mir gelesenen Dissertation? Es sei darauf hingewiesen, dass ich diese Abschnitte nicht als Eigenleistung gekennzeichnet habe.
" Das könnte als Strukturplagiat gedeutet werden - einfach die Quelle der Argumentation angeben! "
13. Ich schreibe gerade an dem Grundlagenteil meiner Bachelorarbeit und mir ist bei der Literaturanalyse aufgefallen, dass immer wieder auf zwei englischsprachige Veröffentlichungen und ein deutschsprachiges Standardwerk verwiesen wird. Die meisten sich darauf beziehenden Quellen behandeln nun die aufeinander aufbauenden Grundlagen wie auch die speziellen Verfahren (Lösungsalgorithmen etc.) in ähnlicher Reihenfolge mit nur unterschiedlicher Tiefgründigkeit.
Wie schreibe ich nun am besten den - nur zur Verständnis wichtigen - Grundlageteil, ohne das es wie 100% (sinngemäß) zitiert, einfach übernommen oder nur auf deutsch übersetzt wirkt?
An mathematischen Gesetzmäßigkeiten kann ich nun nicht viel ändern.
" In der Tat - Tatsachen zu beschreiben ist keine geistige Schöpfung, und fällt damit nicht unter Urheberrecht. Aber wenn Sie die Grundlagen nicht selbst ausgedacht haben, sollten Sie schreiben: "Wie Schmidt und Meyer schildern in (Schmidt & Meyer 1999) sind .... ". Stellen Sie sich vor, es ist darin ein Fehler (und alle haben es übernommen, wie die Länge des Rheins!) und Sie haben es auch! Aber so ist der Fehler bei Schmidt und Meyer. "
14. Ist eine unveröffentlichte Magisterarbeit rechtlich geschützt? Was ist, wenn ein wissenschaftlicher Mitarbeiter (nicht der Betreuer der Magisterarbeit) auf der Grundlage der Thesen, Ideen und Struktur meiner unveröffentlichten Magisterarbeit seine Dissertation schreibt? Muss er die Magisterarbeit erwähnen?
" Auf jeden Fall! Alle Quellen sind anzugeben, nicht nur publizierte. Die Arbeit ist trotzdem urheberrechtlich geschützt, weil es ja eine Prüfungsleistung, also eigener Arbeit war. "
15. Für mich stellt sich die Frage, ob Leitlinien wirklich bindend oder gar gesetzlicher Natur sind? Das heißt, kann ich mit vorhandenen Leitlinien rechtlich wirksam gegen Plagiatsversuche vorgehen?
" Nein, Leitlinien leiten nur an, sie sind nicht rechtlich bindend. Aber sie zeigen auf, was gewünscht ist. "
16. Mal angenommen ein Student schriebe im Auftrag einer Firma eine Diplomarbeit. Nach Fertigstellung der Arbeit erschiene dazu ein von dem Studenten selbst verfasster Artikel. Als Autor des Artikels würden jedoch lediglich die Betreuer, nicht aber der Student selbst genannt und auch aus dem Fließtext wäre nicht erkennbar, dass die Studie nicht von den Betreuern verfasst wurde. Da es sich hier um einen wissenschaftlichen Text ohne Quellenangaben handelt wäre doch von Plagiat bzw. Urheberrechtsverletzung auszugehen? Wenn der Bericht bereits erschienen wäre und dem Studenten bei der Bewerbung um eine Dissertationsstelle somit eine entscheidende Referenz gestohlen würde, wäre es dann sinnvoll gegen das Unternehmen zu klagen? Um welchen Umfang an Streitwerten könnte es sich handeln? Welche weiteren Maßnahmen könnten vom Unternehmen und dem Studenten ergriffen werden um den Verlust des geistigen Eigentums rückgängig zu machen?
" Das würde ich schon Plagiat nennen - ich bin aber kein Anwalt und kann keine rechtliche Beratung machen. Ich würde zunächst mit der Firma sprechen -- wieso ist das ohne meinen Namen erschienen? Dann wüde ich mit der Zeitschrift sprechen und bitten, eine Ergänzung der Autorenschaft zu drucken. Der Rechtsweg ist kostspielig und bringt wenig, weil der Streitwert sehr niedrig ist. Aber holen Sie da anwaltliche Hilfe ein! "
17. Ich wundere mich gerade. Diese Plagiatgeschichte war mir nicht so bewusst, als es mich erwischte.
Da schreibe ich ohne Bedenken aus dem FF, und schwupss, hängt man mir einen Täuschungsversuch an. Wie soll ich bitte die Überschneidung mit 2 Internetseiten erklären? Ich habe definitiv nicht abgeschrieben.
Ich finde diese Situation einfach lächerlich.
Ich kann es verstehen, wenn wissenschaftliche Erkenntnisse geschätzt werden. Aber wenn eben die Sonne scheint, dann schreibe ich: "In Deutschland scheint die Sonne."
Dieser Zitierschwachsinn ist nicht mehr zum Aushalten.... die Zahlen in den Klammern sind die ca. Werte von genauen Satzteilfunde von Google....
Meine Frage: Wie bitte das Gegenteil belegen?
" Ich habe die Klammerzahlen entfernt - weil sie sinnlos sind. Ein Plagiat kann nicht aus einer Tatsachenbehauptung abgeleitet werden und einzelne Phrasen sind natürlich auch mehrfach zu finden. Aber mit jedem weiteren Satz sinkt die Wahrscheinlichkeit einer zufälliger Übereinstimmung rapide. Alleine für "Diese Plagiatgeschichte war mir nicht so bewusst," gibt es nur einen "Hit", was ganz klar nicht identisch ist.
Aber die Übernahme von Gedankenfolgen ist auch Plagiat. Da hilft nur sauberes Arbeiten - gut exzerpieren, wo man was gelesen hat, damit man ganz klar die Gedankenfolgen dokumentieren kann. Das ist wissenschaftliches Arbeiten! "
18. Bremst sich die Wissenschaft durch ihre "übertriebene" Zitiererei nicht genauso, wie Patente die Innovation oft hemmen?
" Eigentlich nicht. Oft will man doch wissen: "Stimmt das so?" Da ist die einzige Chance die Quelle zu überprüfen und evtl. selbst zu interpretieren. Das kann man nur machen, wenn in Arbeiten diese Quellen genau belegt sind. "
19. Was mich interessiert ist, wie man mit dem Thema Plagiat bei naturwissenschaftlichen, experimentellen Arbeiten umgeht, wenn zwei Personen (vielleicht noch der gleichen Forschungsgruppe) beispielsweise im Rahmen einer Diplomarbeit ähnliche, aber doch verschiedene Materialien mit den gleichen Methoden untersuchen. Die Grundlagen bzw. Prozesse dabei sind absolut dieselben und werden im Grundlagen- bzw. Theorie-Teil dieser Arbeiten nicht grundlegend unterschiedlich dargelegt werden können, da der Inhalt aus naturwissenschaftlichen Fakten besteht.
" In der Tat - naturwissenschaftliche Aussagen wie "Wasser kocht bei 100 Grad Celsius." ist nicht urheberrechtlich relevant. Und dennoch - zwei Personen beschreiben denselben Inhalt doch trotzdem unterschiedlich! Wenn sie so eng zusammenarbeiten, sollten sie eine gemeinsame Diplomarbeit machen, damit der Theorieteil nur einmal entsteht. Sonst macht halt jeder die Arbeit für sich! "
20. Über den Umgang mit Plagiaten von StundentInnen findet man mittlerweile einiges im Netz. Wie aber ist damit umzugehen, wenn ein längerer Text, den man als wissenschaftliche Hilfskraft innerhalb eines Projektzusammenhangs eigenständig verfasst hat (von der Idee zum Textaufbau über die Argumentation, die Auswertung der empirischen Daten (Interviews) bis hin zu Stil und Wortwahl), von den Projektverantwortlichen als deutlich erkennbarer Teil einer Monographie unter eigenem Namen veröffentlicht wird? (Projektidee und Projektantrag kamen von den Verantwortlichen.) - Sicher gibt es mittlerweile an den meisten Universitäten Ombudspersonen für solche Fälle. Allerdings erscheint es, je nach Position und Beziehungen der PlagiatorInnen in der Unihierarchie, nicht immer erfolgsversprechend sich an diese zu wenden. Gibt es eine unabhängige Stelle, von der eine Beratung zu den möglichen Vorgehensweisen dagegen, ihrer Wirkmächtigkeit bzw. ihren Gefahren zu erhalten ist? Woher ist in einem solchen Fall unabhängige Unterstützung zu erhalten, ohne einen Anwalt einzuschalten?
" Texte, die Sie in einem Abhängigkeitsverhältnis (z. B. als Hilfskraft) verfasst haben, gehören nicht Ihnen, sondern dem Arbeitgeber. Diese können damit machen was sie wollen. Es sollte aber an einer Stelle erwähnt werden, das Sie an den Texten mitgewirkt haben.
Meine Erfahrung mit dem Ombudstellen der Universitäten ist durchweg positiv, da sollte man sich immer zuerst hinwenden. Nur wenn man da keine Antwort bekommt, kann man sich an den Ombud der DFG wenden. Aber wenn Sie etwas wegen Urheberrecht durchsetzen wollen, brauchen Sie einen Anwalt. "
21. Ich habe meine wissenschaftliche Arbeit fertiggestellt. Dies hat nun ein halbes Jahr in Anspruch genommen. Manchmal habe ich schnelle Notizen gemacht, die ich dann in der Arbeit weiterverwendet habe. Wie kann ich als Autor nun überprüfen, ob ich alles korrekt angegeben habe? Denn es könnte ja sein, das ich eine Notitz für mein eigenes geistiges Eigentum halte und somit vergessen habe, das dies eigentlich die stichpunktartige Zusammenfassung eines fremden Textes ist.
" Schlampiges Arbeiten kann man hinterher nur mit viel Arbeit und erneute Überprüfung von allen Quellen ausbessern. Ich habe aber ein Werkzeug für Recherche gefunden, Zotero (http://www.zotero.org/). Hiermit kann man seine digitalen Quellen verwalten, suchen, annotieren, die Quellen in einer Datenbank pflegen und die entsprechenden Referenzen einigermaßen schmerzlos in allen gängigen Editoren in hunderten von Verweisstilen einpflegen. Es ist eine kostenlose Erweiterung für den Firefox Browser. "
22. Ich habe eine Seminararbeit über den Kompass angefertigt. Um mir einen Überblick über das Thema zu verschaffen, habe ich mehrere Bücher gelesen. Wie zitiere ich nun richtig? Muss bei jedem Abschnitt angegeben werden, woher ich mein Wissen habe? Denn eigentlich steht in allen Büchern das gleiche, das sich mit meinem Vorwissen deckt und durch die Lektüre nur aufgefrischt wird. Bei speziellem Wissen, z. B. besondere Ausführungen des Kompass, habe ich durch Fußnoten die Quelle meiner Weisheit zitiert. Was mache ich nun mit dem Rest, den ich eigentlich schon wußte, aber nochmals nachgelesen habe? Genügt es, die Bücher in der Literaturliste angegeben zu haben oder müssen sie nach jedem Abschnitt nochmals zitiert werden?
" Sie müssen, wenn Sie wissenschaftlich arbeiten, aktiv lesen. Das heißt, dass sie immer notieren, wo Sie welche Information her haben. Unsere Gedanken spielen oft Tricks mit uns - wir haben uns etwas falsch gemerkt. Also immer, wenn wir Fachbücher lesen, sollten wir die bibliografische Angaben aufschreiben (auf Papier oder elektronisch) und dann genau notieren: Seite 5, Autor sagt .... Seite 13, "genaues Zitat". Wir nennen das exzerpieren.
Und immer, wenn wir auf etwas referieren, gibt es ein Referenz. Wir können direkt oder indirekt zitieren. Es reicht nicht aus, die Bücher alleine in der Bibliografie anzugeben! Man will beim wissenschaftlichen Arbeiten belegen, wo man was her hat, damit man anderen erlauben kann, zu überprüfen, was wir geschrieben haben. Keiner will alle Bücher in Ihre Bibliographie überprüfen, um eine evtl. Falschaussage zu finden!
Mein Beispiel: Wenn Sie schreiben "Die Welt ist flach", dann ist das nicht okay, und es gibt Punktabzug. Wenn Sie aber schreiben "Müller findet in (Müller 2004, S. 13), dass die Welt flach ist" ist das völlig in Ordnung. Müller hat Unrecht, und Sie sind im Reinen.
Exzerpieren sollte in jeder Proseminar erwähnt sein, man kann sich auch online informieren, z. B. unter http://www.arbeitschreiben.de/kap8a.htm "
23. Bin keine Muttersprachlerin und musste meine Doktorarbeit zur Korrekturlesen geben. Habe dazu unvorsichtigerweise einen von diesen "Ich-korrigiere-ihre-wissenschaftliche-Arbeit"-Zettel vom schwarzen Brett an der Uni benutzt. Habe jetzt Angst, es könnte geklaut werden. Wie kann ich in diesem Fall vorgehen? Worauf soll ich achten? Und wie - falls es geklaut wird - kann ich es nachweisen?
" Ich (D. Weber-Wulff) habe auch meine Doktorarbeit sprachlich durchsehen lassen und die Korrektorin auch erwähnt. Aber man kann seine Werke nicht vor skrupellosen Dieben schützen. Ist das Werk erst mal erschienen, hat man den Nachweis, dass man diesen Text so geschrieben hat. "
24. Ist die Umstellung auf Bachelor/Master nicht plagiatsfördernd? Zeitdruck und Noten spielen eine größere Rolle als wissenschaftliche Freiräume.
" Das hat nichts miteinander zu tun. Bachelor-/Masterumstellungen sollten mit der Umstellung der Inhalte einhergehen. Es sollte anders gewichtet werden und nicht ein ganzes Diplomstudium in sechs Semester abgearbeitet werden. Etliche Studenten schieben die meisten ihrer Arbeiten doch auf die letzten Wochen auf. Außerdem haben viele Zeit nebenbei zu arbeiten, also kann der Druck nicht so schlimm sein. "
25. Braucht die Wissenschaft neue Regeln für den Umgang mit vergänglichen und veränderlichen Quellen wie z.B. Internetseiten?
" Nein, keine neuen Regeln, aber die alten müssen einfach auf diese neuen Medien übertragen werden. Es muss geschaut werden, wozu die alten Regeln gemacht wurden und sie müssen adaptiert werden. "