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DIE HOCHMÜTIGE DOHLE UND DER PFAU

Einst lebte eine Dohle, voll von eitlem Stolz, die stahl sich Federn, die dem Pfau entfallen warn und putzte sich damit. Das eigne Dohlenvolk ver- achtend trat sie in der schönen Pfauen Reihn. Der Unver- schämten reißt man hier die Federn aus, jagt sie mit Schnäbeln. Und die Dohle, bös verbleit will wieder nun betrübt zu ihrem Volk zurück. Die aber stoßen sie von sich, mit herbem Schimpf. Und eine derer, die zuvor verachtet, sprach zu ihr “Hätt’ unsre Lebensart dir vormals conveniert, hätt’st du, was die Natur dir schenkte, akzeptiert, dann wär dir weder jene Schande widerfahrn noch müsstest du zum Unglück jetzt verstoßen sein.”

Diese Version von Aesops Fabel ist aus Wilfried Strohs Sammlung von Übersetzungen von Jan Novák: “Aesopia”, die auf Geschichten von Phaedrus basieren.

Softwaretest 2010

Ergebnis des Softwaretests 2010

Es gibt zwar von Jahr zu Jahr mehr Softwareprodukte, die von sich behaupten, einen Text zuverlässig daraufhin zu überprüfen, ob es sich um ein Plagiat handelt oder nicht. Aber: Diese Systeme haben nach temporärer Besserung inzwischen wieder an Qualität verloren. Zu diesem ernüchternden Ergebnis kommen wir bei der  vierten Untersuchung von Softwareprodukten zur Plagiatserkennung. Besonders pikant: Einige der Systeme werden von höchst zweifelhaften Unternehmen angeboten, darunter auch von solchen, die Ghostwriting anbieten.

Im Test von 2010 – die vorherigen Tests fanden 2004, 2007 und 2008 statt – haben wir 26 Plagiaterkennungssysteme unter die Lupe genommen. Es gab auf dem Markt zwar 47 die wir finden konnten, aber wir mussten aus Zeitgründen vorerst die Kollusionserkennungssysteme und die Systeme zur Erkennung von Plagiaten in Programmcode zurückstellen. Auch Systeme, für die wir kein Zugang bekommen konnten (unter anderem Systeme, die verärgert waren, dass sie in vergangenen Tests so schlecht abgeschnitten haben), haben wir nicht testen können.  Für die Prüfung wurden neue Testfälle in Englisch und Japanisch entwickelt und jedes System mit 42 kurzen Essays konfrontiert. Darüber hinaus wurden die Benutzerfreundlichkeit der Systeme und die Professionalität der Unternehmen bewertet.

Fazit: Die auf dem Markt angebotenen Plagiatserkennungsysteme lassen sich derzeit drei Kategorien zuordnen: teilweise nützlich, kaum brauchbar und nutzlos. Teilweise nützliche Systeme können dann gut verwendet werden, wenn mit Hilfe einer Suchmachine und drei bis fünf Wörtern eines verdächtigen Absatzes bereits erste Plagiatsindizien erbracht wurden. In diesen Fällen helfen Systeme wie PlagAware, Turnitin, Ephorus, PlagScan oder Urkund dabei, größere Sicherheit zu gewinnen. Doch selbst die besten Systeme finden höchstens 60 bis 70 Prozent der plagiierten Anteile. Eine ganze Reihe von weiteren Systemen sind hingegen kaum brauchbar. In der Kategorie der nutzlosen Systeme haben wir eine Reihe von Betrügern ausfindig gemacht.

Unsere Empfehlung: Plagiatserkennungssysteme sollten nur bei konkretem Verdacht verwendet werden, statt die Studierenden unter Generalverdacht zu stellen. Parallel dazu sollte der Focus an Hochschulen und Schulen stärker auf der Aufklärung liegen: Was ist ein Plagiat, warum darf nicht plagiiert werden und wie arbeitet man richtig? Dies sei sinnvoller als zuviel Zeit in die Durchsuchung von eingereichten Arbeiten bzw. in die Vermeidung von Fehlalarmen zu investieren.

Testübersicht

Die Übersichtstabelle zeigt die Testergebnisse zusammengefaßt in einer großen Tabelle an. Eine Zusammenfassung (pdf) des Tests ist ebenfalls erhältlich. Wir haben die Testfälle und auch die Bewertung der Testfälle in Tabellen zusammengefasst. Die Einzelergebnisse der Tests der einzelnen Systeme sind in einer großen Tabelle bereitgestellt.

Bewertung der Plagiatserkennungssysteme

Teilweise nützliche Systeme

Für Lehre kaum brauchbare Systeme

Für Lehre nutzlose Systeme

Abgebrochene Tests

  • CopyScape free
  • FairShare
  • AntiCutAndPaste
  • DocCop

Andere Systeme