Kurse über Plagiat
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4.1 Verdacht schöpfen

 

Wann soll man daran denken, dass eine eingereichte Hausarbeit evtl. ein Plagiat sein könnte? Manche Kollegen sind der Meinung: immer. Lernende sollten nicht unter Generalverdacht stehen, es gibt jedoch einige Indizien, die durchaus auf ein Plagiat hinweisen könnten.

     
 
     
  
  • Extrem gut geschrieben 
    Sehr gut geschriebene Aufsätze und wohlgefällige Wortwahl können Anzeichen eines Plagiats sein. Es kann aber auch sein, dass die Autorin einfach gut schreibt, das darf man nicht vergessen! Wenn eine Alliteration  besonders gut gelungen ist oder sehr passende Wortschöpfungen (á la Spiegel) verwendet werden, kann man einen Anfangsverdacht hegen.
  • Stilwechsel 
    Ein Stilwechsel mitten in der Arbeit ist ein bedeutsames Anzeichen, dass hier etwas "geborgt" worden ist. Wenn nach seitenlangen Rechtschreibproblemen plötzlich sehr flüssig Geschriebenes steht, das zudem reichlich den Konjunktiv verwendet, ist der Verdacht auf ein Plagiat gegeben. Auch Formatierungswechsel gehören in diese Kategorie: Überschriftenarten, unterschiedliche Zeilenabstände oder Zeilenlängen, oder gar ein platter Schriftartenwechsel mitten im Text.
  • Fremdwörter 
    Wenn ein Aufsatz Fremdwörter verwendet, die Sie selbst im Wörterbuch nachschlagen müssen, ist es vielleicht ratsam, vorsorglich eine Recherche zu starten. Entweder entlarven Sie einen Plagiator, oder Sie lernen ein neues Wort!
  • Orthografische und grammatikalische Fehler 
    Wer schon so faul ist, eine Arbeit zu übernehmen, ist oft auch zu faul, um eine Rechtschreibkorrektur vorzunehmen, obwohl das relativ einfach mit Programmen wie Word machbar ist. Daher sind interessante Verschreiber Indizien für ein Plagiat. Manchmal gibt es auch Verschreiber im Ursprungswerk, die eins zu eins übernommen werden, weil der Plagiator meint, dies sei wohl ein Fachbegriff und deswegen nicht im Wörterbuch zu finden.
  • Verschreiber in Eigennamen 
    Diese sind auch gute Kandidaten, denn sie werden nicht durch Rechtschreibkorrekturprogramme gefunden. Wenn also manchmal von MacGregor und dann von McGregor die Rede ist, kann es natürlich die normale Nachlässigkeit eines jungen Studenten sein, aber auch ein Zeichen dafür, dass von mehreren Quellen etwas übernommen worden ist.
     
Beispiel
Beispiel
Fremdwort-Beispiel

Wenn ein Student, Englisch schreibend, das Wort "inculcate" verwendet, schaue ich erst mal im  Webster's und dann bei  Google nach. Und siehe da, dieses Wort wurde gerne vom Autor des Buches (Noam Chomsky, Manufacturing Consent  ), welches in diesem Fall besprochen werden sollte, verwendet und der umgebende Satz sowie drei folgende waren wortwörtliche Zitate, leider ohne Quellenangaben.

     
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