Kurse über Plagiat
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4.2 Stichproben bestimmen

 
     
 

Wie entscheidet man sich für eine Stichprobe? Gute Kandidaten sind die im letzten Kapitel erwähnten Verschreiber bzw. 3-5 Substantive,  die einer verdächtigen Stelle entnommen sind. Man kann auch ein wörtliches Zitat  nehmen, aber dieses sollte nicht zu lang sein - sonst ist bei einer einzigen Änderung seitens des Plagiators die Chance einer Auffindung nicht groß. Auch seltene Eigennamen  sind gute Kandidaten für Stichproben.

     
 

Ein Verfahren ist es, nicht gleich jedem Verdacht nachzugehen, sondern das Werk erst mal in Ruhe durchzulesen. Wenn es Verdachtsmomente gibt, wird entweder ein Zeichen am Rand vermerkt oder die Seite und das Stichwort auf einem Zettel notiert. Es kann sein, dass im Laufe des Lesens der Verdacht sich wieder legt - sei es, weil es klar wird, warum der Autor eine bestimmte, seltsame Schreibweise verwendet hat, sei es, weil die Quellen doch noch genannt werden, nur nicht in der eigentlich korrekten Form.

     
 

Man sollte sich auch entscheiden, ob man vorhat jede Arbeit zu überprüfen oder nur einige. Wenn man alle überprüfen will, sollte man sich mit 1-2 Stichproben pro Werk begnügen, damit es nicht zu sehr ausartet. Ein Kollege hat einmal 50 Arbeiten an einem Nachmittag auf diese Art kontrolliert - dabei hat er allein 20 Plagiate entdeckt! Als die Klasse gebeten wurde, ihre Plagiate zurückzuziehen, haben 25 Personen dies getan, davon 10 Werke, die gar nicht durch dieses Minimalverfahren aufgefallen waren.

     
 

Einer Abschlussarbeit - Diplomarbeit oder Magisterarbeit - sollte man entsprechend mehr Zeit widmen und mehr Stichproben nehmen. Ein Zeitlimit sollte jedoch gesetzt werden, zum Beispiel 20 Minuten, weil es sonst in einer endlosen Jagd enden kann. Und es könnte sein, dass man einen falschen Verdacht hegt!

     
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