Kurse über Plagiat
Fremde Federn Finden
HomeInhaltIndexGlossarerste Seitevorherige Seite15/46naechste Seiteletzte Seite
     
  

3.1 Warum wird plagiiert?

 

Es gibt wenige wissenschaftliche Erkenntnisse darüber, warum Plagiate angefertigt werden. Es gibt einige nicht-repräsentative Umfragen, die einige der Motivationsgründe erleuchtet haben, und über einiges andere kann man nur spekulieren.

     
 

     
 

Ich habe selbst folgende Ausreden gehört von ertappten Plagiatoren:

     
  
  • Wieso, das ist doch aus dem Internet, man darf ja alles im Internet frei verwenden?!
  • Das waren nur ein paar Sätze, die man einfach nicht anders / besser formulieren kann.
  • Richtig zitieren? Das haben wir in der Schule aber nie gelernt (obwohl in Berlin immerhin im 9. Schuljahr in allen Schultypen der Umgang mit fremden Texten vorgeschrieben ist).
  • Es war gerade Wiedervereinigung, als ich in die 9. Klasse gegangen bin, da ging einiges drunter und drüber.
  • Ich habe das in der Schule immer so gemacht und habe gute Noten bekommen. Es ist nie aufgeflogen, weil die Lehrkräfte zu doof sind, im Internet zu schauen.
  • Ich kann es mir nicht erklären, vielleicht hat ein Mitbewohner sich nachts an meinen Rechner gesetzt und etwas abgetippt und ich dachte, ich hätte es geschrieben?
  • etc.
     
 

Es gibt aber einige Vermutungen über mögliche Ursachen, die hier kurz erläutert werden.

     
 

Mangelnde Recherchefähigkeit 

     
 

Viele Menschen können schlecht recherchieren. Sie haben Schwierigkeiten etwas in Bibliotheken zu finden, oder aber auch im Internet. Sie tippen einen Begriff ein und sind von den Abertausenden von "Hits" überwältigt. Da sie nichts selbst finden, aber dringend etwas brauchen, ist die Versuchung groß, einen vorhandenen Artikel einfach "abzukupfern".

     
 

Mangelnde Dokumentationserfahrung 

     
 

Das aktive Lesen mit Anfertigung von Notizen über das Gelesene ist vielen Leuten zu mühselig. Sie lesen einfach, wissen aber hinterher nicht mehr, wo sie was gelesen haben. Oder sie notieren sich wohlklingende Sätze, versäumen aber direkte Zitate in ihren Aufzeichnungen zu kennzeichnen.

     
 

Unsicherheit in der Zitierweise 

     
 

Weil es keine einheitliche Zitierweise gibt und es auch besonders schwierig ist, Internet-Quellen zu zitieren (Links verändern sich, Inhalte verschwinden oder verändern sich), lassen einige die Quellenhinweise einfach weg. Oder sie geben die Quellen als "Sammelliste" am Ende an, oft mit völlig ungeeigneten URLs wie "www.spiegel.de" statt eines direkten Links zur Quelle.

     
 

Notendruck 

     
 

Die Eltern, Lebenspartner oder auch man selbst hat hohe Ziele gesteckt: Unter einer "eins" ist keine Note akzeptabel. Wenn man dann zu scheitern droht, glaubt man zu einem Plagiat greifen zu müssen.

     
 

Schlechtes Zeitmanagement 

     
 

Es gibt heutzutage immer weniger Vollzeitstudierende, und auch Schüler und Schülerinnen haben viel um die Ohren: Job, Familie, Freunde, Hobbies, Sport - alles braucht Zeit, die dann für die wissenschaftliche Arbeit fehlt. Manche reden sich damit heraus, dass ein Aufsatz nur "Beschäftigungsarbeit" sei, weil die Frage bereits zigfach als Hausarbeit gestellt worden sei, also sehen sie nicht ein, warum sie selbst sich noch mal damit beschäftigen müssen.

     
 

Weitere Links 

     
Copyright
erste Seitevorherige Seitenaechste Seiteletzte Seite